Thema 5 Die Hilfe der spirituellen Meister

Saint-Germain war ein Universalgenie: Maler, Violinvirtuose, Pianist,

Sänger, Dichter, Philosoph, Arzt, Physiker, und als Chemiker war er

u. a. Tuchfärber und Kunststeinhersteller.

 

Er war ein charmanter, humorvoller und geistreicher Mann von Welt

und sprach sehr gut Französisch, mit leichten norditalienischen Akzent,

ebenso Deutsch, Englisch und Italienisch, darüber hinaus fliessend

Spanisch und Portugiesisch, und beherrschte die klassischen

Sprachen Chinesisch, Sanskrit, Arabisch, Latein und Griechisch.

Er war auch ein liberaler politischer Ratgeber, Diplomat und Frieden-

stifter an europäischen Höfen:

- 1737-1742 war er Berater des Shah von Persien,

- Er reiste sogar nach Indien und China,

- 1747 handelte er im Auftrag der österreichischen Kaiserin Maria

  Theresia Frieden mit England aus,

- 1760 vermittelte er zwischen Frankreich und England,

- Er verhandelte im Namen Friedrich des Grossen mit England,

- Er beriet politisch Elisabeth I., deren Arzt er war, bei ihrem Staats-

streich, in St Petersburg, als sie Zarin wurde. 1762 soll er beim Sturz

des russischen Zaren Peter III. mitgewirkt haben und wurde daraufhin

von der neuen Zarin Katharina der Großen zum General ernannt.

- Ab 1765 reiste er wahrscheinlich erneut nach Indien und durch den

 fernen Osten.

Später war er Opfer von Intrigen des neidischen französischen Aussen-

ministers Choiseul und musste Frankreich wegen Verfolgungen bis 1774

meiden, d.h. bis Ludwig XVI. und Marie Antoinette auf dem Thron stiegen,

die ihm wohl gesonnen waren.

Saint Germain warnte - dies ist historisch durch Briefe belegt - bekanntlich

den französischen König Ludwig den XVI vor

der Revolution, die ihm einen schrecklichen Tod bringen würde - 15 Jahre

im voraus – und riet ihm eindringlich zu sozialpolitischer Liberalisierung

sowie zum Übertritt zur Freimaurerei, die damals viel Macht besaß.

Der König ignorierte seine Warnungen, was Marie Antoinette vor ihrem Tod

1788 in ihren Tagebüchern sehr bereute.

Womöglich hätte dies der Zerstörungswut der französischen Revolution vor-

beugen, sowie die daran anknüpfende absolutistische Macht des

absoluten Herrschers Napoleon vermeiden helfen können.

Der Seher Saint-Germain bemühte sich frühzeitig, den europäischen

Herrschern einen friedlichen Weg zu einem liberaleren Europa zu weisen,

vor den napoleonischen sowie den späteren beiden Welt-Kriegen, die es in

tödlichen Chaos stürzten.

 

Am 27 Februar 1784 täuschte Saint-Germain, der bekanntlich auch seinen

Namen zum Schutz vor politischer Verfolgung gelegentlich wechseln

musste, seinen leiblichen Tod vor (laut Eintragung im Kirchenbuch, es gab

keine Zeugen) in Eckenförde in Deutschland vor.

Er tat dies offensichtlich zum Schutz vor den Wirren der bevorstehenden

und von ihm vorausgesehenen französischen Revolution, um besser in das

Incognito untertauchen zu können.

Er versuchte weitere Adelige vor einem unsicheren Schicksal zu schützen

und zur Flucht zu bewegen.

 

Er starb nach eigenen Angaben erst zwei weitere Jahrzehnte später, im

Jahre 1802. Als man ihm nachsagte, er habe mit Caesar und Cleopatra

Umgang gehabt und habe längst das Alter eines Methusalem erreicht, hat

Saint-Germain nur geäußert: "Ach, die Pariser Schafköpfe glauben, ich sei

bereits fünfhundert Jahre alt, und ich bestärke sie in dieser Meinung, weil

ich sehe, dass sie ihnen so viel Vergnügen macht".

Als ihm Mme de Pompadour mit dem missverstandenen "ewigen Leben"

seiner Person zu nahe rückte, sprach er von dem "dummen Gerede der

Leute".

 

Seine differenzierte Philosophie war geprägt von den Visionen des

schwedischen  Mystikers Swedenborg, der Emanationenlehre von Plotinus,

und den Ideen Platons, die er mit dem Christentum verband.

 

Saint-Germain kannte höhere geistige Welten und Dimensionen, und lehrte,

dass  der Mensch mit diesen kommunizieren könne, wenn er sich von

Materialismus, blinder Glaube, und Dogma befreie.

Vielleicht blieb er deswegen einerseits der Institution Kirche fern und war

andererseits ein hoch geachtetes Ehrenmitglied zahlreicher Templer-,

christlich-gnostische Rosenkreuzer-, Freimaurer- und Malteser-Orden bzw.

Logen.

 

Es war ohnehin eine Zeit, in der das Freidenkertum sich in der Bildung von

Geheimbünde (z.B.: die Illuminaten) äußerte, abseits der Autorität der 

Kirchen.

Im Bestreben, den alten Traum einer weisen Regierung durch selbstlose

spirituelle Initiierte zu fördern, gründete er den Orden der Philalethes

(„Wahrheits-Suchende“), der sich bemühte, alle Freimaurer-Logen

Frankreichs zu verbinden, von denen er ohnehin einige mitbegründet

und mit-reformiert hatte.

 

Er hat nie Mühen gescheut, Menschen zusammenzubringen, die Gutes

leisten, und guten Willens sind.

Auch war er Abgesandter des frz. Königs bei Freimaurer-Kongressen.

Nach seinem Ableben, nunmehr „Aufgestiegener Meister“, förderte er

weiterhin - bis in die heutige Zeit – solche Orden und Logen, weil er die

dort geförderte selbständige geistige Selbsterkenntnis für erstrebenswert

und menschenwürdig hält.

Saint-Germain als Freimaurer

 

3) Saint Germain als aufgestiegener Meister

Seine Verwirklichung als verkörperter Saint Germain, der viel im Europa des 18. Jh reiste, führte zu seiner Ewigkeitsstrahlung als verewigter „aufgestiegener

 Meister, der, aus dem Jenseits heraus, 1875 indischen Meistern Kuthumi und El Morya wirkte. Es geschah medial durch die Begründerin, H. P. Blavatzky.

Später lernten ihn unter anderem der Junge Jiddu Krishnamurti sowie die Theosophen Annie Besant und C.W. Leadbeater als Betreuer kennen.

Bild: von links nach rechts hinter Frau H. P. Blavatzky: ihre - ansonsten

unsichtbaren - Inspiratoren: El Morya: 1. blauer Strahl, Kuthumi: 

2. goldgelber Strahl, mit Saint-Germain in fürstlichen europäischen Kleidungs-

stil: 7. violetter Strahl

 Gewissermaßen sorgte er damit - wenn auch in anderen Kreisen - für die Verbreitung seiner

einstigen irdischen Visionen eines weltumspannenden weisen Freimaurertums, als er

sich 1875 als entkörperter Aufgestiegener Meister an den theosophischen Belehrungen über die

„Hierarchie der Grossen Weissen Bruderschaft der Meister der Weisheit“ (was die katholische

Kirche „die Gemeinschaft der Heiligen“ nennt), beteiligte.

Bildnis von Saint Germain als aufgestiegener Meister in der Kleidung des ungarischen Prinzen Rackozi angefertigt nach einer Erscheinung

 

Das in der Theosophie ausgegossene Wissen:

- beinhaltete die Lehren der Anrufungen der aufgestiegenen Meistern der Weißen Bruderschaft

  und der Sphären-Regenten und Engel der 7 Strahlen.

- berichtete von der Existenz einer unsichtbaren spirituellen Hierarchie, der weißen Bruderschaft,

  deren Ziel die Segnung und Förderung der Menschheit ist, wurde von den geistigen Gründern

  der Theosophie offenbart. Die dort wirkenden Weisheitslehrer sind tatsächlich unermüdlich

  damit befasst, die Menschheit über die Universalität und geistige Seite des Lebens zu

   unterrichten.

- begann mit den medialen Offenbarungen an Helena Petrovna Blavatzky durch die „Mahatmas“

  El Morya und Kuthumi sowie Saint Germain.

- Es wurde in den 20er bis 40er Jahren vom tibetischen Eingeweihten Djwal Kul maßgeblich

  erweitert. Dieser diktierte telepathisch ca. 20 (z.T. bis zu bis zu über 1000-seitige) Werke der

  Engländerin Alice A. Bailey.

- wurde durch inspirierte fortgeschrittene hellsichtige theosophische Eingeweihte erweitert:

  u. a. Geoffrey Hodson, H. K. Challoner, Flower A. Newhouse, und C.W. Leadbeater,

 Annie Besant.

- diente Anfang des Jahrhunderts als Rahmen und Vorbereitung für das Erwachen des damals

  sehr jungen Jiddu Krishnamurti, den Saint-Germain und die beiden Mahatmas von der inneren

  Ebene aus schulten (und der sich später von einer ihm zugedachten Rolle innerhalb der 

  Theosophie distanzierte). Saint-Germain trainierte und schulte den jungen Jiddu Krishnamurti

   bis kurz vor dessen Erwachen.

- wurde durch den Meister El Morya in Russland durch seinen inspirierten Schüler Nicolas

  Roerich verbreitet und in gewissen Aspekten ergänzt (die "Blätter aus dem Garten von

  El Morya").   Der Seher und begabte Maler N. Roerich gründete die Agni-Yoga-Gesellschaft.

 

Saint-Germain erschuf viele religiöse Pfade deren Ideenwelt an den Lehren der Theosophie

anknüpfen bzw. erst möglich wurden, bzw. wirkte in ihnen durch Channeling-Medien, z.B.:

- in den verschiedenen „I Am“-Bewegungen („Ich BIN“ Lehren) in den USA,

- beginnend mit seinem Schüler und Medium G.W. Ballard (= Godfré Ray King), Autor der

 „33 Reden von Saint Germain“ und der „Enthüllten Geheimnissen“.

-In diesem Sinne wurde später die amerikanische Gesellschaft "Bridge to the Freedom" (mit

 ihrem deutschen Zweig, Leitung Senta Ramin, der sich später trennte: „Brücke zur Freiheit“),

-sowie zur ihrer Abspaltung „die Bruderschaft der Menschheit“ von Peter Leach Lewis geleitet,

-1956 die „I AM“ Genf, Schweiz, durch Tola Gynska, geleitet,

 

- das „Summit Light House“ durch Elizabeth Clare Prophet. Beispiel einer Anrufung zur

 Aktivierung der "Violetten Flamme" von Saint Germain:

Im Namen des Christus in Mir, Bitte ich, dass diese Violette Flamme vervielfältigt und eingesetzt

wird um allen Seelen auf diesen Planet, die es benötigen, zur Hilfe zu eilen. Ich danke und

nehme an, dass dies jetzt mit voller Macht geschieht, gemäß dem Willen Gottes. So sei es.“

 

Die "I Am" Bewegungen besaßen Ableger in Europa und es gab Nachfolge-Organisationen, die

ihre Lehren fortführten. Daran schlossen sich zahlreiche neuere New Age-Bewegungen, darunter

auch solche, die - entsprechend unserem durch Wissenschaft und Technik geprägten modernen

Weltbild - kosmisch bzw. "extraterrestrisch" bzw. zukunfts-orientiert sind (Saint-Germain passt

sich gerne dem Zeitgeist an).

 

 

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