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Haben wir einen freien Willen trotz des Karma-Gesetzes?
Der Begriff Karma (Sanskrit) bezeichnet ein erzieherisches Schicksals-Gesetz, das man folgendermaßen umschreiben könnte: alle Handlungen (gute wie schlechte) eines Menschen prallen auf eine Art „Gummiwand“ (unsere eigene Akasha- bzw. Kausal-Ebene) auf, die sie zurückwirft.
Die Taten kehren wie ein Boomerang auf ihren Absender zurück. Aus dem ehemaligen Täter wird nunmehr ein Opfer. Karma schränkt also tatsächlich unseren freien Willen in der Gegenwart ein. Es kommt uns dadurch in die Quere, dass es uns mit unserem - womöglich andersartigen - früheren Willen aus der Vergangenheit konfrontiert.
Karma ist ein vollständiges Erziehungsprogramm: Es selektiert, wählt gezielt Erfahrungen für uns aus, als Prüfungen, die wir zu bestehen haben, oder als Rückkehr unsere Taten, auch wenn wir daran zerbrechen, aus der unabänderlichen Erziehungsabsicht des Karmas heraus, die daraus besteht dass wir "in gleicher Münze ernten, was wir ausgesäht haben".
Karma ist ein gigantischer kosmischer Stundenplan für alles was im gesamten Universum, in dem alles miteinander verwoben ist, passiert (auch Naturkatastrophen werden darin berücksichtigt). Nach dem Tode reguliert das Karma eines Menschen seine Begegnungen und Erfahrungen im Jenseits. Auch das Phänomen der Besessenheit ist eine karmische Bedingung.
Selbst Qualität, Intensität und Frequenz der Betreuung durch Schutzengel, geistige Helfer und göttliche Wesen hängen von unseren karmischen Verdiensten ab. Daher fällt ihre Hilfe recht unterschiedlich aus. Allerdings können wir durch Gebet „Extrahilfe“ erlangen. Dadurch kann Karma zwar nicht aufheben, aber Selbst-Überwindung und Änderungen in der eigenen Befindlichkeit erreichen.
Karma birgt eine tiefgründige theologische Aussage in sich: Uns Menschen wird dank der Selbsterziehung durch die Rückkehr unserer Handlungen die Möglichkeit eingeräumt, unabhängig von Gott zu sein. Wir können Seinen Willen freiwillig annehmen oder auch nicht. Tatsächlich ist die menschliche Selbständigkeit einzigartig in der Schöpfung und unterscheidet den Menschen von allen anderen Wesen (Engel, Devas) darin. Gott verlieh uns Menschen eine ganz persönliche Willensfreiheit, damit wir Ihm bis im Aspekt des Willens hinein ebenbürtig sein können. Darauf weist die Schöpfungsgeschichte in der Bibel hin („Gott schuf den Menschen als sein Ebenbild damit er Ihm gleiche“).
Leider haben wir den „Lethetrank“ des Vergessens getrunken (wie es in der nordischen Mythologie heißt), und besitzen im Jetzt keine bewussten Erinnerungen an die Taten, die uns gerade aus früheren Leben einholen. Im Leiden soll unsere Stimme des Gewissens uns als moralische Instanz zur Verfügung stehen. Sie soll entwickelt werden, damit wir richtig handeln, und kein neues schlechtes Karma erschaffen. Handelte es sich um schlechte Taten, so leiden wir jetzt unter ihnen, wissen aber nicht warum, und entwickeln womöglich das Gefühl, das das Leben ungerecht zu uns ist.
Hilfreich in solchen Situationen können Einblicke (Readings/Lesungen) in der Akasha-Chronik sein, wodurch die Zusammenhänge zwischen Handlungen in früheren Leben und jetzigen Schicksalsschlägen aufgeschlüsselt werden können.
